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Routinierter und schneller als bei der ersten Übung - Rettungsübungen am Münsterturm: Gleich zweimal seilte die Bergwacht am Samstag „Notfall-Patienten“ aus der Höhe ab
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Routinierter und schneller als im Juli 2001 verlief am Samstag die Übung zur Menschenrettung am Münsterturm: Innerhalb von 50 Minuten hatten ein Dutzend Rettungskräfte mit Hilfe der Bergwacht einen „Schlaganfallpatienten“ von der Galerie in 70 Metern Höhe zunächst innen bis zur Besucherplattform und dann außen bis Münsterplatz abgeseilt. Bei einer weiteren Übung bewährten sich bauliche Veränderungen durch die Münsterbauhütte: Durch die Verbreiterung mehrer Turmluken können Kranke nun innerhalb der Mauern abgeseilt werden.

Diese Notfallübungen gehen zurück auf die Südbadische Interessengemeinschaft Rettungswesen (SIGR), die mit der DRK-Rettungsleitstelle ein minutiöses Rettungskonzept für Einsätze auf dem Münsterturm erarbeitet hat. Anlass war ein Todesfall auf der Turmgalerie vor zwei Jahren. Da eine Bergung von Notfallpatienten mit dem Rettungshubschrauber zu zeitaufwendig wäre, wird nach dem neuen Rettungskonzept bei Notfällen vom Turmwächter zunächst der Rettungsdienst benachrichtigt, über dessen Leitstelle dann sofort auch die Polizei und die Höhenrettung der Bergwacht Schwarzwald von ihrem Einsatz erfahren. Binnen fünf bis 15 Minuten sollen alle Rettungskräfte vor Ort sein. Zur Überbrückung sind der Turmwächter und seine Aushilfen geschult in Erster Hilfe. Und sie können das seit einigen Wochen auf dem Turm deponierte Elektroschockgerät richtig einsetzen. Wobei SIGR-Pressesprecher Christoph Lippay versichert, dass das Gerät im Notfall jedermann benutzen könne. „Der Laie kann nichts verkehrt machen.“

Beinahe-Abbruch wegen eines Radlerunfalls

Diesen Samstag sah es so aus, als ob die Übung auf dem Turm abgebrochen werden müsse: Die Bergwacht wurde zu einem wirklichen Notfall auf den Schauinsland gerufen. Im Wald war ein Mountainbiker verunglückt. Der reduzierten Bergwacht-Mannschaft gelang es dennoch, die Übung nach Plan ablaufen zu lassen und sie war dabei sogar schneller als gedacht. Frank Koberne, der die Bergwachwächtlerin Konstanze Mauer, 27, als „Patientin“ in luftiger Hohe „behandelte“, ist Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes. Nach der Übung war er sehr zufrieden: „Wir hatten mehr Erfahrung. Alles lief viel besser ab als im letzten Jahr, viel routinierter.“

Breitere Luken für das Abseilen innerhalb des Turmes

Ebenfalls kein Problem war es, die zweite Patientin, die 15-jährige Bergwacht-Anwärterin Lisa Artner, von der Turmwächterstube aus durch Innenluken zur Chorempore in der Michaelskapelle abzuseilen. Von dort aus ging es mit dem Turmaufzug nach unten. ad


(Quelle: Badische Zeitung vom 30.09.2002)


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