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Bankkaufleute als Ersthelfer
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Freiburg (mr). „Patienten nicht berühren. Schock auslösen“, tönt die Computerstimme aus dem kleinen schwarz-gelben Kasten. Der Elektroschock war erfolgreich, so lautet Sekunden später das Fazit der Wiederbelebungsübung in der Zentrale der Volksbank Freiburg. Seit wenigen Tagen steht in der Bismarckallee 10 ein Automatisch-Externer-Defibrillator (AED) bereit. Geschulte Bankmitarbeiter können künftig mit dem Gerät wirkungsvoll erste Hilfe leisten, wenn ein Kunde oder Kollege einen Herzkreislauf-Stillstand erlitten hat. Der AED analysiert automatisch den Herzrhythmus des Betroffenen und empfiehlt dem Anwender bei einem sogenannten „Kammerflimmern“ per Sprachansage, den lebensrettenden Elektroschock auszulösen.

Jedes Jahr sterben in der Bundesrepublik über 100.000 Menschen durch den plötzlichen Herztod. In über 80 Prozent der Fälle ist das Kammerflimmern, eine Form schwerster Herzrhythmusstörungen, für den Herzkreislauf-Stillstand verantwortlich. Die Mehrzahl der Betroffenen, meist relativ junge Patienten, könnte jedoch gerettet werden, wenn Laienhelfer in den ersten fünf Minuten mit den lebensrettenden Maßnahmen beginnen würden.

„Die Herzdruckmassage, die künstliche Beatmung und die Elektroschockgabe mit einem AED sind die Mittel der Wahl bei einer Wiederbelebung“, erläutert Bernhard Kühn, Bankkaufmann und ehrenamtlicher Rettungsassistent, die notwendigen Maßnahmen. Die Angst, etwas falsch zu machen, so Kühn weiter, sei völlig unbegründet. „Nur derjenige, der in einer solchen Situation nichts macht, macht etwas falsch, denn die ersten fünf Minuten sind entscheidend“.

Der Vorstandsvorsitzende der Volksbank, Franz G. Leitner, zeigte sich mit der AED-Beschaffung sehr zufrieden. „Unseren Kunden und Mitarbeitern können wir in lebensgefährlichen Notfällen mit dem AED die schnellste und beste Hilfe zuteil werden lassen, bis der professionelle Rettungsdienst eintrifft“, so Leitner. Es sei ein gutes Gefühl, für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein. Gleichwohl hoffe aber jeder, dass ein solcher Fall nicht eintrete.

Die Anschaffung des Defibrillators ging auf eine Initiative der Südbadischen Interessengemeinschaft Rettungswesen e.V. (SIGR) zurück. Bernhard Kühn, der auch als erster Vorsitzender des SIGR fungiert, begründet die Anschaffung mit der Absicht, an Standorten mit hohem Publikumsaufkommen derartige AED-Geräte flächendeckend stationieren zu wollen. Es sei allerdings wichtig, dass neben dem AED auch hilfsbereite und regelmäßig geschulte Helfer zur Verfügung stünden.

Untersuchungen hätten eindeutig bewiesen, dass Situationen, in denen Erste Hilfe geleistet werden müsse, überwiegend zu Hause oder am Arbeitsplatz vorkommen. „Es ist in der Regel ein Familienmitglied, Freund oder Kollege, dem geholfen werden muss“, so Kühn. Die Volksbank möchte hier mit guten Vorbild voran gehen und ihre Mitarbeiter für diesen Umstand sensibilisieren.


© Redaktion: Baden24.de




(Quelle: Baden24.de vom 24.07.2003)


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