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Schnelle Hilfe möglich
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Freiburg (mr). Der landesweit höchste Defibrillator ist jetzt in der Bergstation der Schauinslandbahn einsatzbereit. Mit dem Automatisch-Externen-Defibrillator (AED) kann bei einem Herzkreislauf-Stillstand ein lebensrettender Elektroschock verabreicht werden. Mehrere Mitarbeiter der Schauinslandbahn absolvierten hierfür eine spezielle Erste-Hilfe-Ausbildung. Für die über 200.000 Fahrgäste der Seilbahn stellt der AED eine wichtige Verbesserung in der Notfallversorgung dar.

„Unter optimalen Bedingungen kann ein Notarzt tagsüber mit dem Rettungshubschrauber den 1.284 m hohen Schauinslandgipfel und die Bergstation in rund zehn Minuten erreichen“, so Bernhard Kühn, der erste Vorsitzende der Südbadischen Interessengemeinschaft Rettungswesen e.V., die die AED-Beschaffung anregte. Bei einem Herzkreislauf-Stillstand hätte der Patient, so Kühn, unter diesen Bedingungen kaum eine reale Überlebenschance, wenn nicht sofort mit Erste-Hilfe-Maßnahmen durch Laienhelfer begonnen würde.

Neben der Herzdruckmassage und der künstlichen Beatmung wäre die Elektroschockgabe mit einem AED in über 80 Prozent der Fälle überlebenswichtig. Das Gerät analysiert automatisch den Herzrhythmus des Betroffenen und empfiehlt dem Anwender bei einem so genannten „Kammerflimmern“ per Sprachansage, den lebensrettenden Elektroschock auszulösen.

Jedes Jahr sterben in der Bundesrepublik über 100.000 Menschen durch den plötzlichen Herztod. In über 80 Prozent der Fälle ist das Kammerflimmern, eine Form schwerster Herzrhythmusstörungen, für den Herzkreislauf-Stillstand verantwortlich. Die Mehrzahl der Betroffenen, meist relativ jungen Patienten, könnte jedoch gerettet werden, wenn Laienhelfer in den ersten fünf Minuten mit den lebensrettenden Maßnahmen beginnen würden. Die Angst, etwas falsch zu machen, so Kühn weiter, sei völlig unbegründet. „Nur derjenige, der in einer solchen Situation nichts macht, macht etwas falsch, denn die ersten fünf Minuten sind entscheidend“.

Der Betriebsleiter der Schauinslandbahn, Wolfgang Wagner, zeigte sich mit der AED-Beschaffung sehr zufrieden. „Angesichts der steigenden Fahrgastzahlen ist es ein gutes Gefühl, für den Notfall gut gerüstet zu sein“, so Wagner. Alleine im Juni fuhren über 25.000 Gäste mit der Schauinslandbahn, was einer Steigerung von 61 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr entspricht. „Je mehr Fahrgäste die Bahn nutzen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein medizinischer Notfall eintritt“, so Kühn. Deshalb sei die Beschaffung eines AED eine äußerst sinnvolle Investition.

Die Anschaffung des Defibrillators ging auf eine Initiative der Südbadischen Interessengemeinschaft Rettungswesen e.V. (SIGR) zurück. Der erste Vorsitzende der SIGR, Bernhard Kühn, begründet die Anschaffung mit der Absicht, Standorte in der Region, die ein hohes Publikumsaufkommen aufweisen, flächendeckend mit AED-Geräten ausrüsten zu wollen. Es sei allerdings genauso wichtig, so Kühn, dass neben dem AED auch hilfsbereite und regelmäßig geschulte Helfer zur Verfügung stünden. „Die VAG geht hier mit gutem Beispiel voran“, lobte Kühn.





(Quelle: Baden24.de vom 30.07.2003)


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